Freitag, 28. August 2015

Kaffee bitte - auf Knopfdruck



Bosch Vero Bar 100





Yolante hat's getestet:


Wer sich einen Kaffeevollautomaten zulegt, sollte meiner Meinung nach ein hochwertiges Produkt kaufen. Ich hatte vor etwa zehn Jahren ein günstiges Gerät, das zwar seinen Dienst getan hat, aber einige Wünsche offen gelassen hat. Vor zwei Jahren habe ich dann eine neue Maschine gekauft, die ich euch heute vorstellen möchte. Es handelt sich um den Kaffeevollautomaten

Bosch Vero Bar 100

Kaufentscheidung und Anschaffung

Nachdem ich einige Testberichte der Stiftung Warentest gelesen hatte und im Internet nach verschiedenen Angeboten gesucht hatte, habe ich mich für dieses Gerät entschieden. Es hat gute Bewertungen bekommen und war noch dazu relativ günstig. Ich habe den Automaten bei Amazon gekauft und vor zwei Jahren 699,-€ bezahlt. Die Bestellung verlief reibungslos. Ich bekam das Gerät gut verpackt nach Hause geschickt. Nach dem Auspacken und erstem Sichten war ich zufrieden. Meiner Meinung nach sollte jeder bei einer solchen Entscheidung nicht ins Blaue hinein kaufen, sondern sich gut informieren, was ihm wichtig ist. Bei mir waren folgende Punkte ausschlaggebend für den Kauf genau dieses Gerätes:
- Stiftung Warentest Testsieger
- Leise
- Schnelle Aufwärmzeit
- Großer Wassertank
- Selbstreinigungsfunktion
- Einzelteile leicht zu reinigen
- Große Auswahl an Getränken
- Milchansauger
Es gibt noch einige weitere Vorteile der Maschine, aber dazu später mehr. Was das Gerät nicht hat, ist ein Tassenwärmer. Wer also bevorzugt Espresso trinkt, sollte hier lieber zu einem anderen Gerät greifen. Für mich bietet die Maschine eine Vielzahl an Funktionen, die ich alle auch regelmäßig nutze.


Design

Die Maschine ist hellgrau. Das passt hervorragend zu meiner hellen Küche und meiner Arbeitsplatte. Einen dunklen Automaten habe ich bewusst nicht gewählt. Das Gerät hat einen eckigen Korpus. Daran fügen sich die Tropfschale, der Kaffeeauslauf und der Bohnenbehälter wunderbar an. Alles sieht gut durchdacht und modern aus. Vorne befinden sich der Kaffeeauslauf, der ebenfalls grau ist, rechts daneben hängt in schwarz der Wasser- bzw. Milchauslauf. Das Grau des Kunststoffes ist matt, aber nicht gebürstet. Die Abdeckung der Tropfschale ist aus Edelstahl mit zwei großen und vielen kleinen Ablauflöchern. Der Wassertank ist an der linken Seite fast unsichtbar eingelassen. Zum Befüllen lässt er sich mit einem Griff abnehmen. Mir gefällt die Maschine richtig gut, sie sieht so aus, als gehöre sie in ein Kaffeehaus. Das Design ist edel und doch unauffällig.











Erstes Ausprobieren

Meine erste Tasse Kaffee: Ich schalte die Maschine ein, sie rumpelt ein wenig, aber schon nach wenigen Sekunden ist sie betriebsbereit, ganz ohne mein Zutun. Ich muss mir nur noch mittels Drehknopf im Display das gewünschte Getränk aussuchen und drücke Start. Das ist wunderbar, denn meine alte Maschine hat mindestens drei Minuten gebraucht, bis sie einsatzbereit war. Das ist ein großer Vorteil, wenn ihr mich fragt. Denn wenn ich morgens aufstehen, brauche ich erstmal einen Kaffee. Da will ich nicht stundenlang Kaffee brühen oder warten, bis meine Maschine bereit ist. Perfekt.
Auch sonst komme ich ganz ohne Bedienungsanleitung schnell hinter die verschiedenen Funktionen. Ich finde ganz unterschiedlich Zubereitungsarten für Kaffee im Menü, von Espresso über Café Crema bis hin zu Latte Machiato und heißer Milch. Selbst heißes Wasser für Tee kann ich zapfen. Ich probiere die Funktionen in Ruhe der Reihe nach aus.


Bohnenbehälter

Zum Kaffeetrinken braucht man natürlich Kaffeebohnen. Der Behälter auf der Oberseite verfügt über einen lose aufliegenden Deckel. Den hebe ich am Griff an und schütte von rechts ein paar Bohnen hinein. Viel fasst der Behälter nicht, es passen ca. 250g Kaffee in den Vorrat. Das genügt für knapp eine Woche. Mehr brauche ich eigentlich nicht. Und der Kaffee bleibt auch in der Packung besser geschützt. Wer besonders viel Kaffee trinkt, wird über den kleinen Behälter vielleicht enttäuscht sein. Aber das Nachfüllen geht schnell und bequem. Die Öffnung reicht tief hinunter, so dass nichts daneben geht.
Sobald der Behälter leer ist, erscheint im Display eine Meldung BOHNENBEHÄLTER FÜLLEN. So kommt man nicht in die Verlegenheit, Start zu drücken, obwohl die Maschine gar nicht bereit ist.


Wassertank

Der Wassertank ist schmal und hoch. Er ist genauso tief wie die Maschine und fügt sich perfekt ins Design der Maschine. Zum Befüllen kann er an einem Griff herausgenommen werden. Doch der Kunststoff kommt mir etwas unstabil vor. Ich habe immer etwas Angst, dass der Griff irgendwann abbricht. Doch bisher hat er dem Liter Wasser, der hineinpasst, immer standgehalten. Trotzdem befülle ich die Maschine auch oft mit meiner Wasserkaraffe. Da der Tank recht schmal ist, nehme ich hier meistens ein Gefäß, das scharfe Kanten oder einen Ausguss besitzt, sonst geht auch mal was daneben. Aber es ist nur Wasser.
Sobald der Wasserstand zu niedrig für die Zubereitung von Kaffee ist, erscheint im Display die Meldung WASSERTANK FÜLLEN. Das ist praktisch, denn ich schaue nicht immer vorher nach, ob das Wasser noch für eine Tasse Kaffee reicht. Selbst wenn gerade Kaffee durchläuft, bleibt noch genug Zeit, schnell etwas Wasser nachzufüllen.


Auswahlmöglichkeiten

Im Menü finde ich eine große Auswahl an Heißgetränken, die sich mit der Maschine zubereiten lassen. Zudem kann ich Kaffeestärke und Füllmenge individuell verändern. Die Auswahl ergibt sich wie folgt:
2 Espresso
Espresso
Café Créme
2 Café Crème
Macchiato
Cappuccino
Milchschaum
Warme Milch
Heißwasser
Kurzspülen Milchsystem

Bei der Kaffeestärke habe ich folgende Einstellungen zur Auswahl:
Mild (eine Bohne im Display)
Normal (zwei Bohnen)
Stark (drei Bohnen)
aromaDoubleShot (2x2 oder 2x3 Bohnen)

Auch die Füllmenge lässt sich variieren. Hierzu habe ich folgende Möglichkeiten
Klein
Mittel
Groß
Persönliche Füllmenge (klein, mittel oder groß +/- 10, 20, 30ml)
Neben der Auswahl für Bohnenstärke und Füllmenge kann ich noch die Temperatur einstellen. Die Funktion ist ganz praktisch, denn manchmal ist mir der Kaffee in einer großen Tasse einfach zu heiß. Bei Espresso hingegen ist es von Vorteil, wenn man die Temperatur hochdrehen kann.


Menüeinstellungen

Ins Menü kommt man, wenn man die i-Taste 3 Sekunden lang drückt. Dort finde ich Einstellungen zu Sprache, Wasserhärte, Reinigungsinfo und Wasserfilter. Dort kann ich den Kontrast des Displays verändern oder das Gerät auf Werkseinstellung zurücksetzen.
Im Menü finde ich sogar eine Info, wie viele Getränke seit der Inbetriebnahme des Espressovollautomaten bezogen wurden. Hin und wieder wundere ich mich, wieviel Kaffee wir doch trinken. Es kommt einiges zusammen, zumal ich keine herkömmliche Kaffeemaschine besitze und den Automaten auch bei Feiern benutze.
Alle Menüeinstellungen lassen sich mit wenigen Tastendrucks bzw. Betätigungen des Drehknopfes vornehmen. Es gibt kein umständliches Suchen. Man kann nichts falsch machen. Das ist genau das Richtige für mich. Ich hasse blättern in Bedienungsanleitungen und komplizierte Anweisungen bei solchen Geräten. Dann nutze ich die Funktionen lieber nicht.


Heißgetränke

Der Automat mahlt für jeden Brühvorgang frischen Kaffee. Sind Bohnen und Wasser eingefüllt können verschiedene Kaffeegetränke auf Knopfdruck zubereitet werden. Bei einigen Getränken erfolgt die Zubereitung in zwei Schritten, man sollte immer warten, bis alle Schritte abgeschlossen sind. Man kann aber nichts falsch machen, denn im Display erscheint während des gesamten Vorgangs eine BITTE WARTEN Meldung. Dann warte ich eben. Ganz einfach.
Zubereitung ohne Milch
Hierfür stellt man über das Menü die gewünschte Getränkeart ein, drückt Start und wartet, bis die Tasse gefüllt ist.
Zubereitung mit Milch
Wenn mir nach Macchiato zumute ist, dann freue ich mich immer besonders über meine Anschaffung. Die Maschine verfügt über ein Milchrohr, das ich direkt in die Milchpackung stecken kann. Ich muss also nicht erst umständlich Milch in einen Behälter füllen, sondern kann sie direkt aus dem Tetra Pak saugen lassen. Ein Hoch auf die moderne Technik.
Zur Zubereitung von Getränken mit Milch montiere ich also den Schlauch und stecke das Rohr in die Milchpackung. Das ist kein großer Aufwand. Dann muss ich noch den Kaffeeauslauf nach rechts schwenken. Daran erinnert mich aber die Maschine, es läuft also in keinem Fall etwas daneben. Das System ist absolut idiotensicher.
Nur nach der Benutzung des Milchsystems sollte man die Einzelteile abspülen. Die Maschine verfügt eigens dafür über ein Kurzspülprogramm für das Milchsystem. Dazu aber später mehr beim Thema Reinigung und Pflege.
Zubereitung mit gemahlenem Kaffee
Ein besonderer Clou ist die Funktion, dass man mit diesem Vollautomat sogar Kaffee aus Kaffeepulver (nicht löslich) herstellen kann. Wenn ihr also mal von einer Feier eine Packung gemahlenen Kaffee übrig habt: kein Problem, mit der Maschine könnt ihr ihn noch verwenden. Dazu hat die Maschine eine Pulverschublade. Diese wird durch draufdrücken geöffnet und schon kann man Kaffeepulver einfüllen. Mehr als 2 gestrichene Pulverlöffel dürfen es aber nicht sein. Doch viel mehr passt auch nicht in das kleine Fach. Das Gerät erkennt automatisch, dass sich Pulver in der Schublade befindet und mahlt für diesen Brühvorgang keine extra Bohnen. Ich nutze diese Funktion zwar selten, aber irgendwie finde ich es cool, dass meine Maschine sie hat.
Heißwasser
Wer gerne Tee trinkt, kommt mit der Maschine auch auf seine Kosten. Über den Milchauslauf kann man wunderbar heißes Wasser erhalten. Die Temperatur ist genau richtig für ein schönes Tässchen Tee. Es läuft nach dem Startvorgang etwa 40 Sekunden lang heißes Wasser aus dem Auslauf. Wem das zuviel ist, der kann über erneutes Drücken der Starttaste den Vorgang verkürzen. So kann man auch eine kleine Tasse Tee erhalten.


Lautstärke

Von meiner früheren Maschine weiß ich, dass solche Geräte richtig laut sein können. Wenn das Mahlwerk nicht gut gedämpft ist oder wenn die Maschine insgesamt schlecht verarbeitet ist, dann kann das ziemlich nerven. Bei dieser Maschine ist Bosch eine gute Lösung gelungen. Beim Mahlvorgang hört man zwar ein lautes Geräusch, das bleibt nicht aus, aber das Gerät ist wesentlich leiser als mein Altes. Auch wenn die Brüheinheit ihre Position verändert, hört man nur wenig. Insgesamt ist das Gerät echt leise. Es vibriert auch nichts, selbst wenn es auf einer Glasplatte steht. Das gefällt mir. Man kann sich während des Kaffeezapfens noch mit seinem Partner unterhalten. Morgens, wenn die Kinder noch schlafen, schließe ich aber doch lieber die Küchentür, denn still ist es nicht gerade. Trotzdem würde ich den Geräuschpegel verglichen mit billigen Geräten als angemessen beschreiben. Ein Mahlwerk macht nun mal Krach.


Reinigung und Pflege

Beim Kauf des Gerätes war mir wichtig, das die Maschine eine Selbstreinigungsfunktion hat. Diese spült nach jeder Einsatzperiode, also beim Ein- und Ausschalten, das komplette System selbst. Der Kaffeeauslauf verstopft also nicht so schnell und auch sonst bleiben alle empfindlichen Teile im Inneren gut geschützt.
Das ersetzt aber nicht das regelmäßige Saubermachen. Vor allem, wenn die Maschine voraussichtlich längere Zeit nicht benutzt wird, sollte man das komplette System reinigen.
Dazu wird die Tropfschale, der Satzbehälter und die Brüheinheit entfernt. Die Tropfschale und der Satzbehälter können in der Spülmaschine gereinigt werden. Alle anderen Teile sollten vorsichtig von Hand gespült werden. Dabei bitte keine scheuernden Reinigungsmittel benutzen.
Ich weiche die Brüheinheit regelmäßig in meinem Spülbecken ein. Manchmal werfe ich ein paar Corega Tabs hinein. Manchmal gebe ich auch einen Tropfen Essig hinzu. Bisher hat das immer gut geklappt. Wenn die Zeit knapp ist, dann reicht es auch, wenn man die Brühgruppe unter fließendem Wasser abspült. Kaffeereste lassen sich so auch leicht entfernen.
Der Innenraum der Maschine muss mit einem Tuch gereinigt werden. Manchmal klebt Kaffee an den Wänden, das kann dann schon mal schmierig werden. Es ist daher besser, die Reinigung einmal wöchentlich durchzuführen, auch wenn mal nicht so viel Kaffee zubereitet wurde.
Insgesamt ist die Reinigung aufwendiger als bei einer normalen Kaffeemaschine. Aber dafür muss man es auch nicht jeden Tag machen. Es reicht, wenn die Maschine regelmäßig gründlich gesäubert wird, damit sich keine Keime und Korrosionen bilden.
Hin und wieder nehme ich die Maschine auseinander, spüle alles gründlich und lasse die einzelnen Teile gründlich trocknen. Anschließend sauge ich den Innenraum mit dem Staubsauger aus und wische danach erst die Wände und Schrauben ab. Dann ist die Maschine fast wie neu.
Zusätzlich zu der mechanischen Reinigung verfügt die Maschine über Service-Programme, die regelmäßig durchgeführt werden sollten, damit auch alle Schläuche und inneren Teile lange erhalten bleiben. Hauptsächlich sind dies Ein Reinigungs- und ein Entkalkungsprogramm, die in regelmäßigen Abständen gestartet werden müssen. Es gibt auch eine Mischung aus beidem, wenn diese Programme längere Zeit nicht durchgeführt wurden. Die einzelnen Schritte werden im Display angezeigt, man muss sie nur durchführen und warten, bis die Maschine fertig ist.

Eine kleine Ergänzung fehlt noch. Der Kaffeeauslauf tröpfelt manchmal und er lässt sich nur schwer reinigen. Aber auch nach der Reinigung war das Problem nicht behoben. Nach einer Weile lief der Kaffee erneut nur aus einer Öffnung kam oberhalb der Öffnung heraus. Abhilfe brachte nur der Austausch des Kaffeeauslaufs, was aber leicht und unkompliziert zu reparieren war. Er kostet auch nicht allzu viel, so dass sich der Austausch wirklich lohnt.



Fazit


Mit der Vero Bar 100 von Bosch erhält man einen vielseitigen Kaffeevollautomaten, der nicht nur Kaffee brühen kann. Die verschiedenen Kaffeespezialitäten findet man übersichtlich im Menü angeordnet. Je nach Wunsch, kann man Kaffeestärke, Füllmenge oder Temperatur variieren. Alles lässt sich kinderleicht einstellen, sogar meine Kinder brühen mir manchmal einen Kaffee. Geschmacklich ist der Café hervorragend. Die Temperatur ist gerade richtig, die Crema sieht aus wie von Hand draufgelegt, und der Milchschaum wird cremig und leicht. Wer gerne Kaffee mit Milch zubereitet wird sich über das Kurzspülsystem des Milchsystems freuen, denn damit muss man die Einzelteile nicht sofort nach dem Kaffeegenuss reinigen. Besonders hervorzuheben ist die schnelle Aufwärmzeit. Bereits kurz nach dem Einschalten der Maschine ist sie bereit für die erste Tasse Kaffee. Einzig ein Tassenwärmer fehlt. Aber dieser ist nur notwendig, wenn man Espresso trinkt, damit die Flüssigkeit nicht so schnell abkühlt. Ich trinke aber kaum Espresso, also brauche ich diese Funktion nicht. Wenn doch, dann kann ich die Tasse schnell mit ein bisschen heißem Wasser aufwärmen und dann wegschütten.
Ich bin mit der Maschine superzufrieden und würde sogar das Gleiche Gerät nochmal kaufen, sollte es denn kaputt gehen. Was ich nicht glaube, denn die Verarbeitung und Qualität der Teile sind hervorragend, alles sieht nicht nur hochwertig aus, sondern fühlt sich auch so an. Daher gibt es von mir die uneingeschränkte Empfehlung.

Yolante
Yo ist Yo - hier und anderswo




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