Sonntag, 20. September 2015

 

Schule des Schreibens

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Yolante hat teilgenommen



„Schreiben Sie Ihr Buch“ – so lautete ein Slogan auf einer ADAC Autowelt Rückseite. „Ja, das wär’s“, war mein erster Gedanke, als ich diese Anzeige zum ersten Mal gelesen habe. Von Erfolg war dort die Rede und von Anerkennung. Wer schreibt, verschafft sich Respekt. Die Anzeige hat mich angesprochen und ich wollte tatsächlich solch einen Kurs machen.




Entscheidungsfindung

Wer sich dafür nicht interessiert, der kann gerne gleich nach unten springen. Ab Kursangebot geht es dann mit den eigentlichen Erfahrungen los.

Mein erster Kontakt mit dem Schreiben geht in meine Kindheit zurück. Damals habe ich einfach meine Hefter abgeschrieben, wenn ich nicht wusste, was ich schreiben soll. Ansonsten gab es viele Tagebucheinträge und Sinnloses. Mit 25 wurde ich dann Mutter einer Tochter. Das war der Anlass, nun endlich einmal „richtig“ zu schreiben. Ich war in Elternzeit und hatte neben der Versorgung meiner Tochter plötzlich Zeit zum Schreiben. Da ich mir eine Schreibschule weder leisten konnte und wollte und auch nicht für nötig hielt, habe ich einfach drauflos geschrieben. Ich hatte nämlich bereits sämtliche Ratgeber gelesen und hielt mich für geeignet, nun endlich zu schreiben. Ein Tipp war, über das zu schreiben, was man kennt. Gesagt, getan.
Ich habe ein Buch verfasst, das sich mit dem HELLP-Syndrom befasst, einer Schwangerschaftsvergiftung, von der ich heimgesucht wurde. Das Buch sollte eine Art Tagebuch werden, in dem ich meine Erfahrungen während der schlimmen Zeit vor der Geburt meiner Tochter schilderte. Leider habe ich für das Manuskript damals keinen Verlag gefunden und das Projekt irgendwann ad acta gelegt. Es war einfach ein Nischenthema mit wenig Relevanz für die breite Gesellschaft, noch dazu verfasst von einer unbekannten Autorin ohne Öffentlichkeitswert.
Zunächst war ich enttäuscht, dass niemand mein Buch lesen wollte, fand aber schon bald auf Ciao meine Bühne, fing an Erfahrungsberichte zu schreiben. Gleichzeitig ging mir diese Anzeige nicht aus dem Kopf. Vielleicht ist es doch von Vorteil, eine richtige Schreibausbildung zu machen, dachte ich. Aber da ich mit Ciao zufrieden war und auch schon bald genug um die Ohren hatte mit meiner Tochter und später mit meinem Sohn, war das Thema erstmal erledigt.
Später, als die Kinder im Kindergarten waren, hatte ich wieder mehr Zeit. Und wieder kam mir der Gedanke an diese Schreibschule. Das arbeitete in mir wie ein lange gehegter Wunsch, der einfach nicht in Erfüllung ging. Dann begann ich aber wieder zu arbeiten und Sport zu machen – zu wenig Zeit.
Irgendwann wurde aber der Wunsch zu groß und ich habe das Abenteuer einfach gewagt:
Ich bestellte ich mir Probematerial und surfte im Internet nach dieser Schreibschule. Schon bald war ich versorgt mit jeder Menge Infos. Zunächst war alles nur Werbematerial, da wurde natürlich in den höchsten Tönen von den Kursen geschwärmt. Ich wurde bombardiert mit Teilnehmer-Erfahrungen, die natürlich durchweg positiv waren. Und ich ließ mich auch davon beeindrucken. Ich wollte diesen Kurs machen, weil ich mir davon versprach, Expertenmeinungen zu erhalten und an die Hand genommen zu werden. Es hat danach nicht mehr so lange gedauert und ich hatte mich entschieden. Meine Intention ist, professioneller zu schreiben und eventuell eines Tages damit mein Geld zu verdienen. Daher habe ich mich gleich für einen der verschiedenen Kurse entschieden. Zunächst hier aber ein Überblick über das

Kursangebot

Die Schule des Schreibens bietet verschiedene Kurse an, die sich an unterschiedliche Interessen wenden. Man kann wählen zwischen:
• Große Schule des Schreibens
• Belletristik
• Kompaktkurs Kreatives Schreiben
• Kreatives Schreiben für Fortgeschrittene
• Kinder- und Jugendliteratur
• Biografisches Schreiben
• Roman-Werkstatt
• Sach- und Fachmedien
• Journalismus
• Drehbuchautor/in

Einige Kurse haben mich sofort angesprochen, andere kämen für mich nicht infrage. Auf der Homepage www.schule-des-schreibens.de findet man alle wichtigen Informationen, die man benötigt, um sich für einen Kurs zu entscheiden. Dort werden ausführlich die Inhalte aufgelistet, die jeder Kurs beinhaltet und auch die Preise sind dort zu finden.
Nachdem ich mich ausführlich informiert hatte, fiel mir die Entscheidung leicht. Ich wählte den Kurs


Große Schule der Belletristik

Hier geht es um die umfassende Ausbildung zum Autor. Man absolviert die Grundschule und kann anschließend entscheiden, ob man Fach- und Sachmedien dazu nimmt oder Belletristik und Kinder- und Jugendliteratur.
Informationen zum Lehrgang "Große Schule des Schreibens"
Lehrgangsname: Große Schule des Schreibens
Schwerpunkte: Belletristik und Kinder- und Jugendliteratur
Studiendauer: 36 Monate
Studiengebühren monatlich: 77,- EUR
GesamtStudiengebühren: 2772,- EUR

Bei DEM Preis habe ich erst einmal geschluckt. Das ist ein Vermögen und ich habe mich gefragt, ob es mir das wert ist.
Für alle Voreiligen hier zur Info: Ja, der Kurs ist das wert.
Auf der Homepage findet man super gestaltetes PDF-Dokument, das alle nötigen Informationen zum Inhalt und Ablauf des Kurses verrät. Das fand ich super, denn ich möchte ungern die Katze im Sack kaufen, wenn ich so viel Geld ausgebe. Man hat auch die Möglichkeit, mehrere Kurse aufzurufen und die Dateien auszudrucken. So kann man in Ruhe zuhause alles durchlesen und vergleichen.
Die Große Schule der Belletristik beinhaltet folgendes:
Auszug von der Homepage:
http://www.schule-des-schreibens.de/lehrgaenge/grosse-schule-des-schreibens/

Grundkurs
„Worüber wollen Sie schreiben? Die Grundthemen ändern sich nicht – Geschichten liegen auf der Straße – Methoden zur Ideenfindung – Erstmal schreiben, dann selbstkritisch prüfen – So finden Sie einen Anfang: in der Belletristik, in der Sachprosa, bei journalistischen Arbeiten – Die ideenreiche Schlagzeile – Der zündende Titel – Wie Sie weitermachen – So finden Sie einen guten Schluss – So bleiben Sie bei der Arbeit: Ratschläge für Ihren Erfolg – Praktische Tipps zur Zeiteinteilung – Der Wortschatz, unentbehrliche Grundlage – Von der Einfachheit der Sprache – Mundart – Deutsch im Wörterbuch und in der Umgangssprache – Vom klaren Satzbau
– Methoden der Manuskriptüberarbeitung – Weglassen und kürzen – Die Formelemente des Schreibens – Beschreiben, nicht registrieren – Die Fäden der Handlung – Von der wahren Begebenheit zur erzählten Geschichte – Die wichtigsten Elemente des Erzählens – Erklären ist ein weites Feld – Einzelheiten, Beispiele, Vergleiche als Mittel zum Erklären – Die Erklärung von Tatsachen, Ereignissen und abstrakten Vorgängen – Erklärende Elemente in der Belletristik – Begründen heißt überzeugen – Tipps für überzeugende Argumentation – Dialog: Der Dialog als Mittel der Charakterisierung – Der Dialog im Krimi – Tipps für gute Dialoge – Struktur in einen Inhalt bringen – Ratschläge, wie Sie eine gewünschte Wirkung erzielen – Das Tagebuch des Schriftstellers – Satzanalyse – Recherche: Wie Sie auf einfache Weise Ihr Wissen bereichern – Und wie Sie daraus einen Stoff zum Schreiben machen – Stilkunde: So finden Sie Ihren eigenen Stil – Schreiben wie ein Könner.“


Belletristik
Belletristik: eine Definition – Woher Sie die Einfälle nehmen – Nichts ist selbstverständlich – Lektüre als Fundgrube – Schulen Sie Ihre Beobachtungsgabe und Menschenkenntnis – Notizbücher enthalten geistiges Kapital – Wie Sie Ihre Fantasie entfesseln – Wie berühmte Schriftsteller in Schwung kommen – Die Kurzgeschichte – Ihre gestraffte Form – So finden Sie Themen für Kurzgeschichten – Formen der Kurzgeschichte – Eine Episode ist noch keine Kurzgeschichte – Wichtig: eine abgeschlossene Handlung – Die Pointe – Was zeichnet gute Figuren aus? – Die Vielschichtigkeit einer Person – Lebenslauf, Checkliste, Interview – Direkte und indirekte Charakterisierung – Die Kraft der Namen – Wie Sie den richtigen Namen finden – Schauplatz – Ort und Zeit gehören zusammen – Detailliert beschreiben – Ausgangssituation, Thema, Plot, Prämisse – und wie daraus eine Geschichte wird – Die Ausgangssituation: verschiedene Arten anzufangen – Die Bedeutung des Konflikts – Die drei Grundkonflikte des Menschen – Ihre eigenen Themen finden – Was ist Plotten? – Das Zusammenspiel der vier Elemente – Krimis schreiben – Welche Arten des Krimis gibt es? – Von der Idee zum Krimirätsel kommen – Typische Krimihelden – Recherche: die Detektivarbeit des Autors – Spannung erzeugen – Grundsätze des Romanschreibens – Die verschiedenen Formen des Romans – Unter¬schiede zur Kurzgeschichte – Ein Roman entsteht – Romananfang, -mitte und -ende – Erzählperspektive – Welche Vor- und Nachteile bieten die einzelnen Formen? – Perspektivenwechsel einbauen – Autobiografisches Schreiben – Lebenserinnerungen aufbereiten – Welche Form ist die richtige? – Genügend Distanz – Die Szene als kleinste Handlungseinheit – Die Bedeutung des Dialogs in der Szene – Handlungsexposé – Szenenfolge – Arbeiten mit der Zeit – Besondere Techniken: Rückblenden und Anspielungen auf Zukünftiges – Was ist Fantasy? – Was ist Science–Fiction? – Sprachbilder – Stilfragen – Formfragen – Die Vorzüge des Dialogs – Wann ist ein Dialog gelungen? – Feinheiten der Dialogtechnik – Wie viel Dialog ist gut? – Das Kinder– und Jugendbuch – Die verschiedenen Altersstufen – Bilderbücher – Bücher für das Vorschulalter – Der Jugendroman – Wie finden Sie einen guten Titel? – Titel der Weltliteratur – Klangliche Wirkung von Titeln – Anspielungen gekonnt einsetzen – Den Leser neugierig machen – In der Werkstatt eines Schriftstellers – Das Exposé – Wie überwinden Sie Schreibblockaden? – Die Arbeit an größeren Projekten.


Kinder- und Jugendliteratur
Kinder brauchen Geschichten – Kinder entdecken die Welt – Menschen sind Geschichtenerzähler – Von der Schwierigkeit, ein Ich zu werden – Kinderpsychologie – Geschichten als Echo der Ich-Werdung – Bist du meine Mama? – Elementarbilderbücher, Szenenbilderbücher, Bildergeschichten – Einfache Gegenstände in der Frühphase – Von Raupen und Äpfeln – Bilderbücher für komplexe Erfahrungen – Segen der Wiederholung – Magisches Weltbild – Entdeckung des Körpers – Belletristik und Sachbuch – Kindersprache – Funktionen der Sprache im Kinderbuch – Durch Sprache Gefühle vermitteln – Was ist eine Kindergeschichte? – Kindergartenalter – Märchen – Staunen und Wundern – Starke Mädchen, starke Jungen – Rollenverständnis – Umwelt als Abenteuer – Zuhören und Anschauen – Poesie für Kinderautoren – Evergreens des Kinderzimmers – Kleine Reimlehre – Naschen und Nonsens – Sprechende Laute und Lautmalerei – Magische Sprache – Identifikation und Nähe – Wie nah darf die Gefahr kommen? – Nähe im Zitat – Auf eigene Faust – Entdecken und Erleben – Alltagsprobleme im Sachbuch – Bücher für Jungen – Schwarz-weiß-Malerei – Bücher für Mädchen – Pferde¬bücher – Krimis – Fantasiegeschichten – Abenteuer und Utopien – „Schön gruselig“ – Realistische Abenteuer – Schatzsucher und Stadtindianer – Das Meer als Abenteuerraum – Erste Liebe und dann? – Treueschwüre und Treuebrüche – Wie die Liebe so spielt – Liebe und Persönlichkeit – No-No-Themen in der Liebe – Vom Erwachsen-Werden – Konflikte in der Familie – Abenteuer – Leben ohne Aufsicht – Erlebnisse in der Gruppe – Allein verreisen – Schreiben fürs Hören – Kino im Kopf – Formate bei den Kindermedien – Drehbuch schreiben – Käpt´n Blaubär und Co. – Autor werden ist nicht schwer – Berufsbild – Kontakte und Institutionen – Autor sein, dagegen sehr? – Kollegen – Klappern gehört zum Handwerk – Preise und Auszeichnungen – Manuskripte verkaufen.


Meiner Meinung nach sind die Inhalte sehr umfangreich. Ein einziger Ratgeber zum Thema würde nicht ausreichen. Man benötigt mindestens drei verschiedene Bücher, die, wenn sie fundiertes Wissen enthalten, auch nicht gerade billig sind. Außerdem sind die Inhalte im Kurs sehr leicht verständlich aufbereitet und eignen sich besser zum Selbststudium als Inhalte aus Büchern. Ich habe selbst viele Bücher zum Thema Schreiben lernen und Kreativität gelesen und weiß, wovon ich rede. Die Lehrgangshefte sind super aufgebaut. Daher gibt es in diesem Bericht einen eigenen Abschnitt über


Die Lehrhefte
Das Material, das man bekommt ähnelt ein bisschen den Reclam Heften zur Ergänzung an weiterführenden Schulen. Man bekommt kein Hochglanzmaterial im Zeitschriftenstil oder Sachbücher alla GU. Nein, das Material ist eher einfach gehalten. Die meisten Hefte sind ca. 50-60 Seiten dick und auf strahlend weißem Papier gedruckt. Vorne ist ein blasses Bild zu sehen, eine schreibende Hand, und eine lachende Frau – das soll sicher die Autorin darstellen, die sich über ihr Werk freut. Ich persönlich finde die Aufmachung gut, da Bild ist einladend, die Titelseite nicht überladen. Die Rückseite sieht ähnlich aus.
Auf der Vorderseite erscheint der große Titel, das Motto unter dem das Lehrheft steht. Ich habe bei jeder Lieferung immer gleich alle Hefte angesehen und war sehr neugierig auf die neuen Inhalte. In jedem Heft werden zwei Lektionen abgehandelt, die jeweils am Ende zusammengefasst werden. Vorne ist ein Inhaltsverzeichnis enthalten, sowie ein Vorwort. Dann beginnt der Kurs.
Die Texte sind sehr leicht verständlich geschrieben. Dazu in kleine Abschnitte aufgeteilt, so dass man gut voran kommt und sich nicht mit komplizierten Texten auseinandersetzen muss. Ich fand die Art und Weise wie das Geschriebene dargestellt wurde sehr angenehm. Vieles von dem, was da stand wusste ich zwar schon aus Ratgebern, aber trotzdem gefiel mir der Stil der Hefte.
Manchmal kam mir der Gedanke, dass die Hefte ja in einem Rutsch durchzuarbeiten sind, weil sie so leicht geschrieben sind, aber am Ende sollte man sich nicht täuschen lassen. Es kommt ja darauf an, den Inhalt nicht nur zu lesen, sondern auch zu verinnerlichen. Und da braucht es manchmal mehr Zeit, als nur das Heft durchzulesen.
Ich persönlich habe das Heft am Anfang in einem Rutsch durchgelesen. Danach habe ich mir die Einsendeaufgabe angeschaut. Wenn ich die Aufgabe erfasst hatte, habe ich mir das Heft noch einmal Stück für Stück vorgenommen, immer im Hinblick auf die speziellen Anforderung der Hausaufgabe. Diese Arbeitsweise hat sich bewährt.












Die Einsendeaufgaben

Am Ende eines jeden Lehrheftes gibt es eine Hausaufgabe, die man an die Schule des Schreibens senden muss. Dies ist auf verschiedene Weise möglich. Man kann die Seite kopieren und den Text auf einem separaten Blatt einschicken, handschriftlich oder maschinengeschrieben. Wichtig ist, dass man seinen Namen und seine Studiennummer auf jedem Blatt notiert, damit die Unterlagen eindeutig zugeordnet werden können.
Zu Beginn gibt es leichte Aufgaben, die mich sehr motiviert haben, schnell mit dem Kurs voran zu kommen. Die Aufgaben waren nicht sehr umfangreich und konnten schnell und vor allem „nebenbei“ gelöst werden. Schließlich habe ich zwei Kinder und einen Job. Aber es ist trotzdem möglich, einen solchen Kurs zu machen.
Später wurden die Aufgaben immer umfangreicher und komplexer, so dass es nicht nur darum ging, die geforderte DIN-A4 Seite zu schreiben, sondern ich musste mir zunehmends auch Gedanken über den Inhalt machen, planen und vorbereiten kam hinzu, so dass auch der Zeitaufwand mehr wurde.
Am Ende war ich froh, nach 3 Jahren endlich die letzte Aufgabe eingesendet zu haben und mich nun endlich meinen eigenen Themen widmen konnte.
Die Hausaufgaben sind ein sehr wichtiges Mittel in dem Kurs. Sie haben mich immer wieder motiviert, dran zu bleiben und den Kurs zu Ende zu bringen. Die Neugier auf die nächste Aufgabe und vor allem die Neugier auf meine Beurteilung haben mich einfach am Ball bleiben lassen. Ein Ratgeber hätte das nicht geschafft. So hatte ich immer einen leichten Druck von außen, immer weiter zu schreiben. Denn nur wenn man alle Aufgaben gelöst hat, erhält man auch das Zertifikat der Schule.

Die Betreuung

Zunächst fand ich die Freundlichkeit der Mitarbeiter am Telefon super. Bevor der Kurs überhaupt anfing, hatte ich noch einige Fragen, die mir immer schnell und kompetent beantwortet wurden. Man wird nicht alleine gelassen.
Nachdem mein erstes Paket ankam, freute ich mich wie ein kleines Kind. Dort waren neben den Lehrheften auch weitere Infos für mich drin. Zum Beispiel habe ich ein Jahresabo der Zeitschrift TextArt erhalten, was mich sehr gefreut hat. Dann war noch ein Hörbuch-Paket dabei, das den kompletten Grundkurs beinhaltet. Zudem habe ich eine Studienmappe bekommen, in der ich jede Menge Gutscheine fand und weitere Informationen rund um den Kurs und die Schreibschule. Ich brauchte gar niemanden mehr anzurufen, weil ich keine weiteren Fragen hatte. Alles wurde mir umfänglich erklärt anhand des umfangreichen Materials.
Die allgemeine Betreuung stufe ich daher als sehr zufriedenstellend ein.
Speziell zu meinen Studienbetreuern kann ich auch nur Gutes berichten. Gleich zu Anfang habe ich meine Intention geschildert und um ehrliche Kritik gebeten, weil ich das Schreiben zum Beruf machen will. Da nützen mir weichgekochte Informationen, um mich bei der Stange zu halten, nichts. Ich habe also gleich bei meiner ersten Einsendeaufgabe um ehrliche, konstruktive Kritik gebeten, die ich auch immer bekommen habe.
Ich hatte verschiedene Studienleiterinnen zugeteilt bekommen, mit denen ich ausschließlich schriftlich Kontakt hatte. Aber das war kein Problem. Die schriftliche Kommunikation hat mir gut gefallen. So konnte ich auch später einige Kritikpunkte nochmals nachlesen und die Antworten als zusätzliche Anregungen gut in meinen Lehrplan einbauen.
Ich habe auch viel Kritik hinnehmen müssen, meine Texte waren nicht immer gut, es gab viel zu verbessern, und ich war froh darüber. Heute kann ich mit den Rückmeldungen fast noch mehr anfangen, als zur Zeit des eigentlichen Kurses. Denn damals traf mich die eine oder andere Rückmeldung auch mal direkt ins Herz. Trotzdem, die Kritik war konstruktiv und wenn auch manchmal negativ, sie war niemals beleidigend oder herabwürdigend. Alles Lektorinnen haben es verstanden, auf einfühlsame Weise ihre Kritik rüberzubringen, auch wenn ich teilweise immer wieder die gleichen Fehler gemacht habe.
Insgesamt bin ich mit den Lektorinnen sehr zufrieden gewesen. Jede für sich war bemüht und hat immer relativ viel zu meinen Texten geschrieben. Die Kritik war eingebettet in wohlgemeinte Worte, aber deutlich herauszulesen.

Dabei bleiben

Mein Kurs ging über 36 Monate, von denen die ersten 12 ein Kinderspiel waren. Während der Grundschule habe ich mir sogar manchmal gedacht, ob ich nicht schneller voran gehen sollte, um schneller fertig zu werden. Aber später wurden die Aufgaben immer komplexer und haben auch teilweise viel Vorarbeit erfordert. So wurde der Zeitaufwand manchmal so hoch, dass ich doch mit Verzögerungen rechnen musste. Die veranschlagten 6-8 Stunden pro Woche reichten mir an Anfang locker. Aber spätestens als ich bei Kinder- und Jugendliteratur angekommen war, wurden die Aufgaben so umfangreich, dass ich manchmal keine Lust mehr darauf hatte. Ich habe die Aufgaben dann wie die ungeliebte Hausarbeit einfach nicht gemacht.
Was mich ermuntert hat, waren aber immer wieder aufmunternde Kommentare der Lehrerinnen oder einfach mein Durchhaltevermögen. Ich wollte dieses Zertifikat! Außerdem fand ich während des Studiums meinen eigenen Stil, hatte viele eigene Ideen, die ich endlich umsetzen wollte und mein eigenes Ding machen. Da waren mir die Aufgaben plötzlich nur hinderlich. Aber der Endspurt hat mir gezeigt: Zähne zusammenbeißen und durch. Nach dem Kurs konnte ich endlich meine eigenen Ideen umsetzen.


Wer sich selbst nicht so gut disziplinieren kann, der sollte lieber einen kürzeren Kurs wählen. 24 Monate sind leichter durchzustehen als 36. Es wird nach zwei Jahren schon anstrengend, nebenbei zu studieren, auch wenn der Zeitaufwand pro Woche relativ gering ist. Die lange Zeit ist nicht zu unterschätzen.

Hier ein paar exklusive Einblicke in das Notizbuch, worin ich während der Ausbildung mein Laufbuch geschrieben habe.









Lektoratsservice

Was mich an der Schule des Schreibens besonders angesprochen hatte, war die Möglichkeit, seine eigenen Werke zusätzlich zu den Einsendeaufgaben lektorieren zu lassen. Von meiner anfänglichen Schreiberei wusste ich, wie teuer eine solche Unterstützung ist. Ein Lektorat kostet mindestens 2,00€ pro Seite. Und hier kann man kostenlos seine Texte überprüfen lassen. Insgesamt habe ich den Service am Ende aber nur zweimal genutzt, weil ich während des Kurses sowieso meine eigenen Texte verarbeitet habe und als Einsendeaufgabe habe bewerten lassen. Zu zusätzlichen Arbeiten bin ich kaum gekommen. Dennoch, was ich als Anregung erhalten habe, war für mich sehr wertvoll. Der Kurs ist allein schon deswegen viel Wert. Allerdings kann man keinen kompletten Roman dort bewerten lassen. Es ist erwünscht, die ersten 50 Seiten einzusenden, die dann inhaltlich und stilistisch beurteilt werden. Mir hat dieser Service jedenfalls sehr geholfen. Wer schon viele unveröffentlichte Texte zuhause in der Schublade liegen hat, kann hier sicher noch viel mehr profitieren als ich. Gerade Kurzgeschichten oder Gedichte sind ideal geeignet für den Lektoratsservice. Man sollte sich aber nicht zu viel davon versprechen. Das Hauptaugenmerk liegt einfach im Kurs selbst.


Autorencampus

Da es sich um einen Fernkurs handelt, ist es trotzdem sinnvoll, mit anderen Teilnehmern in Kontakt zu treten. Hierfür bietet sich der Autorencampus an. Dort gibt es verschiedene Foren oder andere Möglichkeiten, sich auszutauschen. Dort kann man auch nach Studienteilnehmern in seiner Region suchen, falls man Kontakt zu Mitstudierenden sucht und einem die Online-Hilfe nicht ausreicht. Mir persönlich hat das nicht so viel gebracht. Ich bin nicht der Online-Forum-Typ, ich unterhalte mich lieber mit echten Menschen. Und Fragen hatte während des Kurses auch keine.
Was mir am Autorencampus gut gefallen hat, war die Möglichkeit, meine Aufgaben dort hochzuladen. So konnte ich mir die email mit Anhang sparen. Die Datei wurde einfach upgeloaded und fertig war ich. Ich musste nur aufpassen, dass ich die richtige Datei für jedes Lehrheft hochgeladen habe.
In dieser Online-Verwaltung konnte ich auch nachvollziehen, welche Lehrhefte ich bereits eingesendet hatte, welche Aufgaben schon lektoriert wurden und wann meine nächste Lieferung mit Lehrmaterial zu erwarten war.
Insgesamt war der Autorencampus also eine sehr nützliche Geschichte.


Student sein

Während des Fernstudiums habe ich mich wie ein richtiger Student gefühlt, auch wenn ich selbst manchmal über das Studienfach lächeln musste – kreatives Schreiben. Doch die Aufgaben und die Bewertungen haben mir das Gefühl gegeben, dass da jemand ist, der sich für meine Arbeiten interessiert und mir Rückmeldungen gibt.
Außerdem habe ich von der Schule des Schreibens sogar einen Studienausweis erhalten, der wie ein Studienausweis an einer richtigen Universität zum Einsatz kommen konnte. Ich hatte einige Vorteile davon, unter anderem bin ich ermäßigt ins Schwimmbad und in einige Museen sowie in den Zoo gekommen. Auch die Eissporthalle in Frankfurt hat den Ausweis anerkannt und ich konnte zum ermäßigten Eintrittspreis Schlittschuh laufen. Der Ausweis war so groß wie meine EC-Karte und ich hatte ihn immer im Portemonaie. Auch sonst habe ich mich mit dem Studium immer sicherer gefühlt und auch darüber berichtet. Ich studiere nebenbei, das war ein Satz, der mir mit der Zeit ganz selbstverständlich über die Lippen kam, auch wenn es sich nicht um ein wissenschaftliches Studium an einer Universität handelt.


Preis-Leistungsverhältnis

Jeder, der sich schon einmal mit dem Thema Fernstudium beschäftigt hat weiß: es ist sehr teuer. Dieser Kurs kostet normalerweise 2772,- Euro. Wenn man geduldig ist und nach dem Zusenden der Informationsbroschüre erstmal abwartet, kann man noch ein paar % sparen, weil es dann Angebote gibt, die viel günstiger sind. Aber solch ein Kurs ist und bleibt trotzdem teuer. Man wird ihn kaum unter 2000,-€ bekommen. Zwar gibt es auch günstigere Kurse, die dauern aber nicht so lange, so dass sich am eigentlichen Preis-Leistungsverhältnis nicht viel ändert. Ich fand den Kurs auch sehr teuer, aber mir hat er so viel gebracht, dass ich ihn weiterempfehlen kann, obwohl er so viel Geld kostet. Die Leistung, die man erhält, kann mit nichts anderem verglichen werden. Ich würde, wenn ich wieder so großes Interesse an einem Kurs hätte, jederzeit wieder einen machen.
Der Kurs war nicht nur vom Material und von der Betreuung wertvoll, sondern hat mich persönlich einfach so weit voran gebracht, wie es mir ohne die Unterstützung der Schule nicht gelungen wäre. Ein Ratgeber-Buch enthält zwar inhaltlich die Informationen, kann aber nichts bieten im Bereich Durchhaltevermögen, Entwicklung eigener Ideen, und vor allem am Ball zu bleiben. Daher kann ich nur jedem raten, den Kurs zu machen, der ihn sich von Herzen wünscht.


Fazit


Der Kurs hat mich weitergebracht. Nicht nur inhaltlich, sondern auch und vor allem persönlich. Er hat mir geholfen, meine eigenen Ideen zu entwickeln, meinen Stil zu finden, Selbstvertrauen in meine Texte zu haben und einfach zu schreiben. Nicht nur schreiben wollen, sondern es eben auch zu tun. Die Lektoren waren freundlich und konstruktiv, wenn auch teilweise die Kritik versteckt war. Man konnte sie aber nicht übersehen. Was ich mir noch zusätzlich gewünscht hätte, wären Noten gewesen, damit ich meine Leistung besser einschätzen kann. Das hat mir gefehlt. Manche Bewertung hat sich wie ein gutes Arbeitszeugnis gelesen, man musste schon ein gutes Gespür für sein eigenes Entwicklungspotential haben. Eine Note hätte mir so einige Überlegung, wie gut oder schlecht ich war, erspart. Aber so lernt man auch besser, sich selbst einzuschätzen, und auf das zu vertrauen, was man erarbeitet hat. Soviel hat mir der Kurs jedenfalls beigebracht.

Ich kann die Schule des Schreibens in jeder Hinsicht empfehlen. Die Lieferungen des Materials kamen immer pünktlich und umfänglich, ich habe viel Zusatzmaterial erhalten, die Lektoren haben gute Arbeit gemacht. Der Lektoratservice war für mich auch sehr hilfreich und der Preis, na ja, mir war es das wert.


Yolante
Yo ist Yo – hier und anderswo







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