Dienstag, 20. Oktober 2015


Sitz. Platz. Aus?

Mein Kind ist doch kein Hund. Das entspannte Erziehungsbuch

Nachdem ich den kleinen Streitberater gelesen habe, und mir die Thematik mit der intuitiven Erziehung gut gefallen hat, ist mir ein weiteres Buch in die Hande bzw. ins Handy gefallen:



Sitz.Platz.Aus?

Mein Kind ist doch kein Hund. Das entspannte Erziehungsbuch


Seiten: 158
Format: Gebunden
Sprache: Deutsch
Erschienen: Februar 2014
Autorin: Solmaz, Eva
Verlag: Beltz GmbH, Julius
Maße: 164 x 221 mm
Gewicht: 393 g
ISBN-10: 3407859856
ISBN-13: 978-3407859853
Verlagsbestell-Nr.: 85985
14,95€

Auch verfügbar als
eBook, zum Beispiel für Kindle
EUR 13,99


Ich habe mir das Buch in der Onleihe ausgeliehen, also im ebook Format gelesen. Das ist meiner Meinung nach ok, denn es enthält kaum Illustrationen oder besondere Formatierungen im Text, so dass man es gut digital lesen kann. 




Inhalt

Nach einer kurzen Einleitung folgen diese Themen:


Teil 1: Leine oder Liebe?
Teil 2: Eltern werden ist nicht schwer, Eltern sein dagegen sehr.
Teil 3: All we need is Love!
Teil 4: Geht es auch anders?
Teil 5: Anhang



Mein Eindruck





Bereits nachdem ich die Einleitung gelesen hatte, war mir klar: das ist ein Buch für mich. Hier geht es nicht um Erziehungstipps von Pädagogen, sondern um meine Fähigkeiten, meine Intuition als Mutter.


Die Einleitung beschreibt, wie zwei Mütter mit Kleinkindern und Hund versuchen, einen Waldspaziergang zu unternehmen. Der Hinweg gestaltet sich noch recht harmonisch, der Rückweg endet in einem unentspannten Desaster. Laufrad und Kind werden getragen. Anhand der Darstellungsweise spüre ich als Leser, wie die Stimmung knistert und es nicht gerade angenehm zu sein scheint, Mutter zu sein. Am Ende der Einleitung wird noch mit den Worten abgeschlossen: „Der Hund ist aber brav, gell?“


Dann wird gleich eine Parallele zur Hundeerziehung gezogen. Während Hunden aber noch so eine Art Grundgehorsam nachgesagt wird, sieht es beim Kind schon anders aus. Kinder sind nicht zu erziehen wie Hunde. Doch genau das wollen einige Erziehungsratgeber uns weis machen. Damit räumt die Autorin gründlich auf. 

Zunächst zieht sie tatsächlich Parallelen zur Hundeerziehung, indem sie aus einem Buch über Hundeerziehung zitiert, aber das Wort Hund durch das Wort Kind ersetzt. Heraus kommt, was herauskommen muss: ich glaubte tatsächlich einen Erziehungsratgeber zu lesen. 

Umgekehrt tauschte die Autorin anschließend aus einem Erziehungsratgeber das Wort Kind gegen das Wort Hund aus. Was kam heraus? Ein Hundebuch. Da musste ich lachen.


Es ist teilweise tatsächlich so, dass mir einige Erziehungsratgeber unecht vorkommen:

Jedes Kind kann essen lernen, Jedes Kind kann schlafen lernen, Jedes Kind kann gut in der Schule sein. Tu dies mit deinem Kind, dann wird es so wie du es willst…


Viele moderne Erziehungsratgeber sind wirklich nach einem Schema aufgebaut, wie es in der Hundeerziehung vorkommt. Aber Kinder sind eigenwillige Menschen, Persönlichkeiten, die kann man nicht erziehen wie Hunde. Die Autorin räumt hier mit Klischees auf. Zwar können wissenschaftliche Erkenntnisse helfen, unseren Kindern eine möglichst gute Erziehung und Bildung zukommen zu lassen, aber das darf nicht auf Kosten der liebevollen Zuwendung und der Intuition als Eltern gehen.


Das Buch gefällt mir deshalb so gut, weil es kaum wissenschaftliche Erkenntnisse breittritt und versucht, daraus Maßnahmen abzuleiten, sondern weil die Autorin versucht, das Bauchgefühl zu stärken.





Fazit


Ich hatte mir das Buch nur geliehen. Aber ich empfehle es uneingeschränkt allen Eltern, egal mit welchen Nachwuchssorgen sie gerade zu kämpfen haben.


Ich werde mir das Buch wohl noch kaufen, um es in mein Regal zu stellen. Das Buch eignet sich hervorragend, um es hin und wieder einfach zur Hand zu nehmen, darin zu blättern und sich ins Gedächtnis zu rufen: Es ist egal, was Erzieher, Lehrer, Verwandte und andere Leute sagen. Ich bin die Mutter und weiß, was für mein Kind gut ist. Mein Kind ist kein Hund.


Viele Beispiele bestärken einfach in dem Gefühl, dass man es schon richtig macht. Es sollten mehr derartige Ratgeber auf den Markt kommen, die mit Witz und Humor aus dem Erziehungsalltag erzählen.




Yolante
Yo ist Yo – hier und anderswo









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