Donnerstag, 17. Dezember 2015

Zeit ist Balsam


 

Nimm Dir Zeit


 


Ziehe Dich hin und wieder zurück
Empfinde Dich selbst ganz bewusst
Igele Dich dabei nicht ein
Tue, was Dich glücklich macht
 
 
In Dir allein steckt viel Kraft. Finde Sie!
Sei Du selbst. Jederzeit
Trau Deinen Träumen
 
 
Bleibe gelassen
Auch in stressigen Zeiten
Lausche den Bäumen
Singe mit den Vögeln
Amüsiere Dich
Mach Pause, wenn Dir danach ist 
 
 

 

#Zeit für sich selbst zu finden, dafür sollte Zeit sein. Doch der Alltag und allerlei Aufgaben halten uns immer wieder davon ab. Allein die Konzentration, die nötig ist, um einen Einkaufszettel zu schreiben, kann mich davon abhalten, in meiner Mitte zu bleiben. Wie aus dem Nichts tauchen Gedanken auf, die gar nichts mit meiner Einkaufsliste zu tun haben. Und ehe ich mich versehe, plane ich den Einkauf komplett um: statt Eier möchte ich dann doch lieber Fleisch kaufen, oder mir steht der Sinn plötzlich nach Himbeeren, also landen Sie auch auf meinem Zettel. Und wenn ich dann erst im Supermarkt meinen Wagen vor mir her schiebe, dann landen zusätzlich noch ganz andere Sachen auf meinem Plan. Spätestens dann, wenn ich vor lauter Gedanken nicht mehr weiß, wo mir der Kopf steht, ist es

 

#Zeit für eine Auszeit

Meine Auszeit heißt Meditation. Das Sitzen in völliger Stille oder bei sanfter Musik, hilft mir, im Alltag wieder klarer zu denken, alle Gedanken beiseite zu schieben und wieder ruhiger zu werden. Meditieren hilft mir, mich wieder auf das Wesentliche zu besinnen und unwichtige Aufgaben einfach hinten anzustellen.

Aber es muss nicht immer Meditation sein. Manchmal bin ich dafür zu unruhig. Dann hilft einfach eine ausgedehnte Mittagspause. Ich surfe dann einfach nur im Internet oder ich lese ein Buch, auch Facebooken ist eine gute Sache, um abzuschalten.  

Es gibt aber Momente, da reichen kleine Auszeiten nicht. Da hilft nur noch Urlaub, Ausschlafen, in den Tag hinein leben, Verantwortungen auch mal wegschieben. Und in die Sauna gehen. Seit ich die heißen Räume für mich entdeckt habe, gibt es keine schönere Entspannung als 2 Stunden Sauna.  

Für mich ist es sehr wichtig, Zeit für mich selbst zu haben. Denn nur dann kommen mir Ideen, wie ich mein Leben gestalten will und welche Werte mir wirklich wichtig sind, wie ich meine Kinder erziehen will, worüber ich schreiben will und was mich glücklich macht. Wenn ich mir diese Zeit nehme, dann spüre ich, wie die Zeit, die ich mit meinen Lieben verbringe, viel intensiver ist. Ich höre dann von Herzen gerne zu, bin geduldiger, lasse zu, dass jemand auch mal seinen Frust bei mir ablassen darf. 

 

#Zeit für Familie

Morgens stehe ich sehr früh auf, in Schulzeiten noch vor sechs Uhr, um in Ruhe meine zwei Tassen Kaffee zu trinken. Die Nacht ist noch nicht vorbei, alles schläft, die Zeit bekommt eine andere Bedeutung. Kein Lärm, keine Aufgaben, keine Verantwortung – nur mein Kaffee und ich.

Wenn die Kinder und mein Mann dann aufstehen, bin ich bereit für erste Gespräche, für die Vorbereitungen zum Frühstück, für die täglichen Aufgaben.

Wir stehen alle recht früh auf, damit wir morgens gemeinsam frühstücken können. Das ist eine schöne Zeit. In der Adventszeit kommt durch die flackernden Lichter des Adventskranzes noch diese besondere Atmosphäre dazu. Und damit meine ich nicht die Streitereien ums Feuerzeug, und wer die Kerzen anzünden darf. Nein, damit meine ich die bunten Plätzchen, die liebevoll von den Kindern verziert und mit Zuckerschrift bemalt wurden. Die schönen gebastelten Motive und die bunten Aufkleber an den Fenstern, die Lichter, das Sitzen im Dunkeln, die Wärme. An diesen schönen Morgen denkt noch niemand an die Schule oder an seine Arbeit. Das kommt später.

Oft nehme ich mir, nachdem die Große und mein Mann gemeinsam die Wohnung verlassen haben, noch Zeit für meinen Sohn. Er knüpft dann noch ein Armband oder malt eigene Fußballkarten, gerne schießt er auch noch ein paar Bälle durchs Wohnzimmer. Das Sofa muss dann als Torwand herhalten und der Teppich schlägt auch schon mal Falten und wird zur Stolperfalle. Aber das Wichtigste: die Gedanken an die Schule kommen erst später. Das ist auch wie eine kleine tägliche Auszeit.

 

#Zeit für mehr Familie

Leider bleibt manchmal die Zeit für mehr Familie auf der Strecke. Die meisten unserer Familienmitglieder wohnen sehr weit weg. Da kommt es nicht infrage, dass wir mal eben die Oma besuchen oder ich auch mal die Kinder für einen Nachmittag vorbeibringen kann. Und, wir können auch oft nicht am Wochenende einfach mal Oma und Opa, Onkel und Tante oder andere Verwandte besuchen. Das ist meistens mit Planung, Koffer packen oder Verzicht verbunden. Schade. Traurig. Viel zu selten.

Aber an Feiertage, besonders an Weihnachten, da treffen sich alle. Der Heilige Abend gehört uns. Aber danach, da besuchen wir die Verwandten. Das ist eine schöne Zeit. Wenn wir zu meinen Eltern fahren,  dann ist dort Großfamilie angesagt. Meine Eltern, Geschwister, deren Familie, die Cousine der Kinder, da ist die Bude voll und es herrscht Leben. Die Kinder fallen über ihren Opa her wie eine wilde Horde Indianer. Und bei meiner Schwiegerfamilie treffen die Kinder andere Kinder aus dem Dorf und alles wird zum Abenteuer. Oder die Familie kommt zu uns, dann hat das den gleichen Effekt: ein Ausbrechen aus dem Alltag, eine Auszeit.  

 

#Zeit für Freunde

Mein Freundeskreis ist überschaubar. Leider bin ich nicht die treueste Tomate. Ich telefoniere nicht so gerne, treffe mich lieber. Doch die Initiative geht meist von meinen Freunden aus. Ich bin froh, solche Freunde zu haben, die mich anrufen, obwohl ich mich nicht immer zurückmelde. Die Frage, ob wir uns treffen, beantworte ich dann aber doch fast immer mit Ja. Auch spontan. Da nehme ich mir die Zeit. Wir haben es bis jetzt noch immer geschafft, ein Treffen auf dem Weihnachtsmarkt zu organisieren, oder ein paar Mal im Jahr frühstücken zu gehen, mal ins Kino, oder auch mal einen Cocktail in der Bar um die Ecke.

Ich bin einfach froh, dass in meinem Freundeskreis Mädels sind, die das besser drauf haben mit der Verabrederei. In meiner Kindheit war das Verabreden nämlich gar nicht unbedingt nötig. Da fuhr ich einfach zu einem markanten Dorfplatz und schon waren sie da, meine Freunde. Hier in der Stadt, da verabredet man sich. Das habe ich bis heute nicht so gut drauf wie meine Freunde, obwohl ich ja nun schon seit über 15 Jahren eine Stadtpflanze bin. Aber, was das Verabreden angeht, da bin ich ein Dorfkind. Einfach hingehen, spontan, das liegt mir mehr. Stadtteil-Events oder Schulfeste sind mir dafür die willkommene Gelegenheit.  

 

#Zeit für einen Rat

Zeit für sich selbst ist das Wichtigste. Nur wer mit sich selbst zufrieden ist, kann ein guter Zuhörer sein, Hilfe anbieten, liebevolle Begegnungen gestalten. Wer sich nicht selbst genug Zeit für seine eigenen Bedürfnisse nimmt, wird schwerer auf die Bedürfnisse anderer eingehen können. Und selbst, wer sich gerne um andere kümmert, wird noch viel mehr Freude am Geben und Schenken haben, wenn er sich selber liebt.

Nimm Dir Zeit für Dich selbst. Dann ist Zeit Balsam. Sie wirkt wie das Streicheln einer Mutter.
Und gestehe auch Deinen Lieben ihre ganz persönliche Zeit zu. Jeder hat Zeit verdient.
Für die kleinen Momente der Zeit eignet sich auch Dein Alltag:  

Stehe zehn Minuten früher auf
Schließe im Bus die Augen
Geh zur Toilette und schließe Dich ein
Höre dem Geigenspieler in der U-Bahn-Station zu
Füttere die Vögel auf Deinem Balkon und lade sie zum Frühstück ein
 

 

#Zeit für einen Vorsatz

Jedes Jahr kommt die Sache mit den guten Vorsätzen. Es macht ja auch Sinn, genau am ersten Tag des neuen Jahres mit einer Veränderung zu beginnen. Da ist das Erfolgserlebnis am größten. Bereits am 2. Januar kann ich ohne nachzudenken sagen: „Jetzt ist schon der zweite Tag ohne, mit, an dem ich, wo ich, als ich, …“ Und jeder Tag zählt ein Erfolgserlebnis weiter.

Würde ich an Ostern mit den guten Vorsätzen beginnen, müsste ich immer neu rechnen, wie viele Tage genau ich denn nun schon faste, auf die Figur achte, Sport treibe, oder, oder …

Mir ist das alles nichts mit den guten Vorsätzen. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass der Jahresbeginn ein denkbar schlechter Start ist. Einfach deshalb, weil die Enttäuschung über mich selbst, wenn ich es denn nicht schaffe viel zu groß ist und ich jeglichen Versuch, es noch einmal zu wagen wieder nur bis zum Jahresende aufschiebe.

Der bessere Ratgeber ist die innere Stimme. Wann immer ein Problem zu groß, ein Umstand unerträglich wird, fange an, daran zu arbeiten. Warte nicht auf Sylvester. Beginne. Jederzeit. Nimm Dir Zeit. Zeit ist Balsam. Das ist leichter als Du denkst. Niemand ist Dir böse.

Und denke daran: die Zeit während der Veränderung ist anstrengend, erst die Zeit danach trägt die Früchte. Es erinnert mich an die Geschichte mit dem Ei. Wenn Du versuchst, ein Ei einen Berg hinaufzurollen, dann musst Du es stetig und mit aller Kraft tun, sonst verlierst Du Dein Ziel und das Ei rollt wieder zum Fuße zurück. Hast Du aber das Ei auf den Berg gebracht, dann steht Dir der Lohn des weiten Ausblicks zur Verfügung. Dann kannst Du stolz auf Dich sein und sogar anderen helfen, ihre Eier hochzuziehen.

 

#Zeit für STOP

Mit diesem Beitrag beteilige ich mich an der Blogparade #Zeit für des blogazins Fielfalt. Die Community besteht aus starken Bloggerinnen, die es verstehen, mit ihren Beiträgen zu motivieren, zu inspirieren und Frauen zu ermutigen. Bewegend. 
 
Gleichzeitig verabschiede ich mich in den Urlaub. Neues von Yolante gibt es dann erst wieder im neuen Jahr.

 

Liebe Grüße

Frohe Weihnachten
und
Einen guten Rutsch in 2016
wünscht
 

Yolante
Die mit dem blauen Hut

Kommentare:

  1. So schön geschrieben. Die Zeit rast finde ich... Das wünsche ich dir auch. Lg Sandra von onlinetagebuchvonsandra.blogspot.com

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  2. So schön geschrieben. Die Zeit rast finde ich... Das wünsche ich dir auch. Lg Sandra von onlinetagebuchvonsandra.blogspot.com

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